Sunsail Flotille im Ionischen Meer, Lefkas Griechenland

Sunsail Flotille im Ionischen Meer, Lefkas Griechenland

 

Für unseren ersten alleinigen Segeltrip haben wir uns für Sunsail Yacht Charter und die Flotille in Lefkas Griechenland entschieden.

Das wirklich tolle an einer Flotille ist, das wirklich alles organisiert wird. Die Anreise bleibt einem allerdings selbst überlassen. Nachdem wir in Athen gelandet sind, sind wir mit unserem Mietwagen 400km an der Küste Richtung Lefkas gefahren. Da es für uns der erste Griechenland Urlaub ist, war die Fahrt an sich schon wunderschön, besonders um einen Eindruck von der schönen und abwechslungsreichen Landschaft zu bekommen. Der Weg führet 400km auf einer Küstenstraße, mit Blick über das Meer hinaus und auf die gegenüberliegenden Berge. Teilweise waren diese karg und unbewachsen. Nachdem wir über die Hängebrücke in Padras fuhren, änderte sich plötzlich die Vegetation. Alles war in sattem Grün. Die Berge waren bewachsen und überall waren Olivenplantagen, eingesäumt von Zypressen. Es war wie ein Déjá-vu, dass an unseren Sizilien Urlaub erinnerte, mit Schafen und Ziegen die auf den Weiden grasten.

In der Marina von Lefkada angekommen, sehen wir an die 100 Segelyachten von Sunsail. Freundlich wurden wir empfangen und in unsere Yacht eingewiesen. Der erste Abend bleibt einem selbst, um sich an dem Central Square oder in einer der kleinen Gassen ein süßes Restaurant bzw. eine griechische Taverne zu finden. Der Ort ist nicht groß, aber für einen gemütlichen Abend sehr nett. Hier gibt es unzählige Tavernen, kleine moderne Boutiquen, Cafés, Bars, alles was das Herz begehrt.

Am nächsten morgen um 9 Uhr gab es ein Briefing in dem Frühstücksraum des Marina Hotels. Die Lead Crew, bestehend aus einer drei Mann Besatzung, hat sich uns vorgestellt, und im groben den Ablauf der Woche besprochen. Tom der Skipper, David der Organisator und Collin der Engineur.

Sunsail flotilla meeting Lefkas
Sunsail flotilla meeting Lefkas

Leider war an dem Montag, an unserem eigentlichen ersten Segeltag, ein starker Sturm angekündigt, so dass die Flotille leider nicht auslaufen konnte.

Uns kam das aber gar nicht so ungelegen, da auf der Westseite der großen Insel Lefkas, drei wunderschöne Strände liegen, die nicht in dem geschützten Segelgebiet des ionischen Meeres liegen, und wir diese sonst leider nicht hätten anfahren können. So haben wir den Tag genutzt und sind mit dem Auto die komplette Küste von Lefkas einmal abgefahren. Da das Wetter leider an dem Tag recht bedeckt war, hatten wir aber quasi nochmal Glück, denn die traumhaften Strände waren menschenleer.

 

Abends wurde von Sunsail ein gemeinsames Abendessen organisiert. Wir kamen jedoch von unserem Ausflug zu spät an um daran teilzunehmen, und haben uns somit einer romantische Taverne für uns alleine gesucht.

 

Dienstag: 1. Segeltag

 

Sehr schön, dass erste alleinige Ablegen hat schon mal geklappt, nun heißt es Kurs auf den kleinen und abgelegenen Strand Ormos Varko. Dieser Strand ist nur vom Boot aus zu erreichen, das kristall klare Wasser, die schroffen Felsen, welche die Bucht eingrenzen, und der dahinter liegende weiße Kieselstrand bieten einen herrlichen Ankerplatz. Auf dem Strand laufen einige Ziegen rum und grasen auch auf dem dahinter gelegenen Rasen. Daher auch der im Volksmund bekannte Name dieser Bucht: Goat´s Beach.

Nach dem gemütlichen Mittagessen an Deck und einem kleinen Ausflug mit unsrem Kajak, nehmen wir Kurs auf Sivota.

Sivota liegt geschützt im Süd Osten von der Insel Lefkas. Der Hafen besteht aus unzähligen Tavernen, kleinen Bars, Supermärkten, Souvenir Shops und Ferienanlagen, die gegen eine kleine Gebühr ihre Duschmöglichkeiten zur Verfügung stellen. Nach dem sich alle 14 Segelyachten eingefunden haben, haben die drei Jungs von der Lead Crew am Strand eine kleine Cocktail und Snackbar für alle Teilnehmer aufgebaut und uns zum Briefing für den nächsten Tag zusammen getrommelt. Mit einem leckeren Punch besprechen wir den Tagesablauf für Mittwoch.

Ziemlich ausgehungert von dem Segeln, haben wir uns für die hellblau-weiße Taverne von Stavos entschieden. Die Auslage mit frischem Fisch war sehr verlockend und das Essen war frisch und köstlich. Um 22 war ein Treffen in der Pirates Bar ausgemacht. Wer Anschluss sucht, findet diesen in den von der Flotille organisierten Treffen.

Mittwoch: 2. Segeltag Fiskardho Kefalonia

Good morning Sivota, auf geht es nach Fiskardho. Fiskardho ist bekannt als das Saint Tropez des Ionischen Meeres. Die Bucht liegt auf der Nordost Spitze der größten ionischen Insel, Kefalonia. Hier gibt es unzählige Landaktivitäten: aufsteigen zum venezianischen Leuchtturm, oder mit dem Motorrad oder Jeep das Inselinnere entdecken. Auf dem Weg dorthin nehmen wir zuerst Kurs auf den kleinen Badestrand Agiofili Beach, mit türkisfarbenem Wasser. Der Strand ist überraschender weise voll mit Badegästen, die über eine kleine Steintreppe vom Festland aus dorthin gelangen.

Fiskardo, Kefalonia

Jetzt heißt es Segel setzten und Kurs auf Fiskardo.

In der Bucht von Fiskardo angekommen, weisen uns die Jungs von unserer Lead Crew von Sunsail in unseren Liegeplatz ein. Da der Hafen sehr klein ist, werden wir Boot an Boot aneinander aufgereiht und mit Landleinen an den Felsen fest gezurrt. Das herrlich türkisfarbene Wasser lädt direkt zum baden ein. Langsam trudeln alle Boote ein und werden peux á peux festgemacht. David, der junge 24. Jährige Organisator der Flotille, geht von Boot zu Boot und informiert alle über einen kleinen Dinghy Ausflug um 17 Uhr. Gemeinsam fahren alle mit ihren Dinghys rüber zu Foky Bay.

 

Dort angekommen ziehen wir die Schlauchboote in die Grotte rein und folgen dem Weg durch die Grotte bis hinaus zu einem Weg, der nach oben auf die Grotte führt. Jetzt heißt es Augen zu und ins klare blaue Wasser springen. Super was für ein befreiendes Gefühl. Nachdem ca. 30 Mitsegler unsere Flotille, nach und nach dort runtergesprungen sind, schnorcheln wir noch ein bisschen und fahren dann mit den Dinghys zurück zu unseren Booten.

Um 19:30 haben Tom und David vom Sunsail Team unserer Flotille in der Café Cocktailbar Theodora zum Briefing gerufen. Nun wird der Tagesablauf für unseren freien Segeltag besprochen.

Danach schlendern wir gemütlich durch das Hafenstädtchen. Wunderschön! Shopping Queens aufgepasst, unbedingt eine volle Kreditkarte mitnehmen! Es heißt nicht nur das Saint Tropez des Ionischen Meeres, es hat auch die Preise!!!

Nicht ganz typisch, aber dafür die wahrscheinlich beste Empfehlung am Platz ist das thailändische Restaurant „Lord Falcon“ in 2. Reihe. Unbedingt ausprobieren! Danach haben wir uns gemütlich in Eleni´s Cocktailbar „Le Passage“ ans Hafenufer gesetzt und einige ihrer leckeren und ausgewöhnlichen Signature Cocktails probiert. Yummy!!! Auf dem Rückweg gab es einen faszinierend schönen, rosafarbenen Sonnenuntergang!!!

Donnerstg: 3. Segeltag, freies segeln

Vathi

Eigentlich sollte heute unser freier Segeltag sein, an dem sich jeder einen Hafen oder eine schnuckelige Bucht zum übernachten aussucht, doch leider hat uns die Wetter Warnung einen Strich durch die Planung gemacht. Wir hatten uns die Insel Kastos ausgesucht, da wir im Internet hierzu die absolut schönsten Bilder der Strände und Buchten gefunden hatten. Da der angekündigte Zyklon jedoch von Südosten aus kam, mussten alle Flotillenteilnehmer auf Anweisung von Sunsail zurück in Richtung Norden, und somit haben sich die meisten von uns in dem kleinen, geschützem, Hafenstädtchen Vathi auf der Insel Meganisi eingefunden. Hier gibt es wenigstens eine Marina mit Duschen, Strom und Frischwasserversorgung. Nach unserem stürmischen und rauen Segeltörn hier her, haben wir uns ein Anleger (erstes Getränk nach dem Anlegen) regelrecht verdient.

Zum Abendessen haben wir uns für das neue und sehr schön designte Restaurant Tilevoes entschieden. Da es auf der gegenüberliegenden Seite des Hafens liegt, hat man von hieraus den schönsten Blick über die Bucht und kann den Sonnenuntergang bis zum Untergang genießen. Die italienisch- griechische Karte lässt keine Wünsche offen. Wir haben uns quer durch die Vorspeisen, Hauptgänge und Desserts probiert, und alles war vorzüglich. Hier wird sehr fein und auf höherem Niveau gekocht. Es gab auch unseren griechischen Lieblingswein, den Souvignon Blanc von Alpha Estate.

 Tilevoes Restaurant

Am nächsten tag hieß es „ausharren“. Der Regen wollte und wollte einfach nicht aufhören. Somit haben wir uns in dem niedlichsten aller Lokale, der Bäckerei Pistrina, die Zeit vertrieben. Die Backwaren aus eigener Herstellung, Croissants (sehr schwer in Griechenland zu bekommen) sowie viele andere selbstgebackenen Leckereien wie verschiedenste Strudel, süß und herzhaft, Früchte mit griechischem Joghurt, frisch gepresster Orangensaft und unzählige andere Schweinereien auf der Menükarte haben uns den Tag versüßt.

Samstag 4. und letzter Segeltag zurück nach Lefkas

Auch hier hat der Wettergott es nicht gut mit uns gemeint. Bei leichtem Wind und Regenschauern segeln und motoren wir zurück in die Marina nach Lefkas. Nachdem wir in den Kanal von Lefkas einlaufen, sehe ich auf der linken Seite Collin, den Engineer, in gelber Regenmontur am Rand der Tankstelle stehen. Ein bisschen mulmig war mir schon, da ich jetzt zum ersten mal seitlich zum Festmachen anlegen muss. Ich habe das zwar bei Lars in der Yachtschule Mallorca unzählige Male geübt, aber diesmal bin ich alleine und keiner kann mir das Lenkrad greifen und helfen…..puhhhh.

Aber Dank unserer super organisierten Flotille, steht Collin am Ufer und sagt mir genau was ich zu tun habe. Es war ein Klacks. Jippi. Geschafft. Zu unserer Überraschung mussten wir die Tankfüllung nicht bezahlen, auch das war in dem Preis der Flotille und dem Charter enthalten. Top.

Obwohl wir uns die griechischen Inseln dort etwas anders vorstellten, die weiß-blauen Häuser aus Santorini und Mykonos hier nirgends auch nur ansatzweise zu finden waren, das Wetter uns einen Streich gespielt hat, trotzdem war es einer der schönsten Urlaube, da dieses Gefühl alleine sein eigene Yacht zu fahren, ohne Skipper und Personal das dann doch in den ein oder anderen Situationen stört, einfach unbeschreiblich ist. Wir waren so skeptisch auch einer Flotille gegenüber, da wir eigentlich immer unser eigenes Ding machen und nicht auf Gruppenaktivitäten, oder andere „All-inklusive“ Reisen stehen, doch um Sicherheit zu bekommen und auch ein neues Segelrevier kennen zu lernen, war Sunsail und die Flotille, die absolut richtige Entscheidung. Nächstes Jahr wieder gerne, dann in der Türkei.